Trockene Haut unter den Augen: Ursachen und Pflege
Die Haut unter den Augen ist der empfindlichste Bereich im Gesicht: nur etwa 0,5 Millimeter dünn, kaum Talgdrüsen, fast kein Unterhautfettgewebe. Sie verliert Feuchtigkeit schneller als jede andere Gesichtspartie und reagiert auf äußere Einflüsse oft als Erste. Mit der richtigen, sanften Pflege und dem Meiden bekannter Auslöser lässt sich viel erreichen.
Häufige Ursachen
Äußere Einflüsse
- Trockene Luft durch Heizung, Klimaanlage oder trockenes Klima entzieht der dünnen Haut Feuchtigkeit.
- Kälte und Wind belasten die Hautbarriere zusätzlich. Im Winter zeigen sich Trockenheit und Schuppung häufig stärker als im Sommer.
- UV-Strahlung schädigt die Kollagenfasern und schwächt die ohnehin dünne Haut weiter.
- Aggressive Reinigung — etwa alkoholhaltige Gesichtswasser, stark schäumende Waschgele oder das Rubbeln mit einem Handtuch — zerstört den ohnehin fragilen Lipidfilm.
Gewohnheiten und Lebensstil
- Häufiges Reiben der Augen reizt die Haut mechanisch und kann die Barriere beschädigen. Wer unter Allergien leidet, reibt besonders oft.
- Make-up und Make-up-Entferner: Waterproof-Produkte erfordern ölhaltige Entferner, die bei empfindlicher Haut reizen können. Auf der anderen Seite hinterlassen milde Reiniger manchmal Make-up-Reste, die die Haut über Nacht belasten.
- Zu wenig Schlaf und Stress können sich auf das Hautbild auswirken, auch wenn die Augenpartie davon nicht isoliert betroffen ist.

Hauterkrankungen
Hält die Trockenheit trotz Pflege an oder geht sie mit starkem Juckreiz, Rötung oder Schuppung einher, kann eine Hauterkrankung dahinterstecken:
- Neurodermitis (atopisches Ekzem): Die Augenpartie ist eine typische Stelle für Neurodermitis-Schübe. Die Haut ist dann extrem trocken, juckt stark und kann rissig werden. Neurodermitis verläuft in Schüben und braucht eine ärztlich begleitete Basispflege.
- Kontaktekzem: Ausgelöst durch direkten Kontakt mit einem Allergen oder Reizstoff — häufig Inhaltsstoffe von Kosmetika, Nagellack (der über die Finger ans Auge gelangt), Duftstoffe oder Konservierungsmittel. Ein Epikutantest (Pflastertest) beim Dermatologen kann den Auslöser identifizieren.
- Seborrhoisches Ekzem: Gelbliche, fettige Schuppen, oft am Lidrand und an den Augenbrauen. Hier ist eine andere Pflege nötig als bei klassisch trockener Haut.
Sanfte Pflege-Routine
Reinigung
Verwenden Sie lauwarmes Wasser und ein mildes, parfümfreies Reinigungsprodukt. Wattepads statt Rubbeln mit dem Handtuch. Make-up sanft ablösen, nicht abreiben. Mizellenwasser ist für viele verträglich, sollte aber nachgespült werden.
Feuchtigkeit
Tragen Sie nach der Reinigung eine für die Augenpartie geeignete Augencreme oder ein Serum auf. Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure, Panthenol, Glycerin oder Urea (in niedriger Konzentration, max. 3 % an der Augenpartie) binden Feuchtigkeit. Für die Nacht darf die Textur reichhaltiger sein — Tipps dazu im Ratgeber Augencreme für die Nacht.
Barriere stärken
Pflegende Lipide wie Sheabutter, Jojobaöl oder Ceramide helfen, die Hautbarriere zu reparieren und den Feuchtigkeitsverlust zu bremsen. Besonders in der kalten Jahreszeit ist eine reichhaltigere Pflege sinnvoll.
Sonnenschutz
Die dünne Haut um die Augen braucht UV-Schutz — entweder durch eine Tagescreme mit LSF oder durch eine Sonnenbrille. Sonnencremes mit mineralischem Filter sind an der Augenpartie oft besser verträglich als chemische Filter, die zu Irritationen führen können.
Saisonale Unterschiede
Im Winter ist die Haut durch Kälte, Wind und trockene Heizungsluft stärker belastet. Wechseln Sie in dieser Zeit auf eine reichhaltigere Augenpflege und verwenden Sie bei Bedarf einen Luftbefeuchter im Schlafzimmer.
Im Sommer ist Sonnenschutz besonders wichtig. Die leichtere Pflege genügt oft, allerdings kann Klimaanlagenluft die Haut ähnlich austrocknen wie Heizungsluft.
Make-up-Tipps bei trockener Haut
- Primer auf Silikonbasis gleicht trockene Stellen aus und verhindert, dass Foundation sich in Fältchen absetzt.
- Flüssige Concealer statt pudriger Produkte — Puder betont trockene, schuppige Stellen.
- Auf Waterproof-Produkte möglichst verzichten, da deren Entfernung die Haut strapaziert.
- Feuchtigkeitsspray nach dem Schminken fixiert das Make-up und gibt zusätzliche Feuchtigkeit.
Ernährung und Flüssigkeit
Eine ausreichende Trinkmenge (1,5 bis 2 Liter täglich) unterstützt den Hautstoffwechsel, kann trockene Haut allein aber nicht beseitigen — die Barriere muss von außen gepflegt werden. Omega-3-Fettsäuren (aus fettem Fisch, Leinöl, Walnüssen) können die Hautbarriere von innen stärken. Zink und Vitamin A tragen ebenfalls zu einer gesunden Haut bei.
Abgrenzung: Haut vs. Auge
Cremes pflegen die Haut rund ums Auge und gehören nicht ins Auge. Für Trockenheit im Auge selbst — also Brennen, Sandkorngefühl oder Fremdkörpergefühl — sind befeuchtende Augentropfen zuständig.
Wann zum Hautarzt?
Wenn die Trockenheit trotz milder Pflege anhält, sich verschlechtert, stark juckt oder schuppt, wenn Risse oder nässende Stellen auftreten oder wenn ein Ekzem vermutet wird, sollten Sie eine Hautärztin oder einen Hautarzt aufsuchen. Ein Epikutantest kann Kontaktallergien aufdecken, und bei Neurodermitis gibt es heute wirksame Therapien, die über frei verkäufliche Pflegeprodukte hinausgehen.
Häufige Fragen: Trockene Haut unter den Augen: Ursachen und Pflege
Warum ist die Haut unter den Augen so oft trocken?
Die Haut der Augenpartie ist besonders dünn, hat wenige Talgdrüsen und verliert dadurch schnell Feuchtigkeit. Trockene Heizungsluft, häufiges Reiben, aggressive Reinigung und Sonne verstärken den Effekt.
Kann trockene Haut unter den Augen ein Hautproblem sein?
Ja. Hält die Trockenheit trotz Pflege an, juckt oder schuppt stark, kann ein Ekzem (z. B. Neurodermitis oder Kontaktekzem) dahinterstecken. Dann ist eine hautärztliche Abklärung sinnvoll.
Hilft viel Trinken gegen trockene Haut unter den Augen?
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt den Hautstoffwechsel generell, ist aber kein Ersatz für äußere Pflege. Bei stark trockener Haut bringt mehr Trinken allein meist keine spürbare Verbesserung – die Hautbarriere muss von außen gestärkt werden.