Augentropfen ohne Konservierungsmittel: Warum sie schonender sind
In vielen Augentropfen stecken Konservierungsmittel, die verhindern, dass sich Keime in der geöffneten Flasche vermehren. Das klingt sinnvoll — kann bei häufiger Anwendung aber zum Problem werden. Konservierungsmittelfreie Alternativen schonen die empfindliche Augenoberfläche und sind für bestimmte Anwendergruppen die klar bessere Wahl.
Warum Konservierungsmittel problematisch sein können
Das am weitesten verbreitete Konservierungsmittel in Augentropfen ist Benzalkoniumchlorid (BAK). Es wirkt antibakteriell, greift aber bei wiederholter Anwendung auch die Zellen der Augenoberfläche an. Typische Folgen bei Dauergebrauch:
- Schädigung der äußersten Zellschicht der Hornhaut und Bindehaut
- Destabilisierung des Tränenfilms — also genau das Problem, das befeuchtende Tropfen eigentlich lösen sollen
- Zunehmende Reizung, Rötung und ein verschlechtertes Tragegefühl bei Kontaktlinsen
Einzelne Anwendungen sind in der Regel unkritisch. Wer aber mehrmals täglich oder über Wochen und Monate hinweg tropft, sollte auf konservierungsmittelfreie Produkte umsteigen.

Wer besonders profitiert
- Patienten mit chronisch trockenen Augen, die dauerhaft befeuchten müssen
- Kontaktlinsenträger, da sich BAK in weichen Linsen anreichern kann (mehr dazu unter Augentropfen und Kontaktlinsen)
- Allergiker, deren Bindehaut ohnehin gereizt ist
- Anwender mehrerer Augentropfen gleichzeitig, bei denen sich die Konservierungsmittel-Dosis summiert
- Schwangere und Stillende, die auf unnötige Zusatzstoffe verzichten möchten
Die drei gängigen Systeme
Konservierungsmittelfreie Augentropfen gibt es in unterschiedlichen Verpackungsformen, die jeweils ohne chemische Konservierung auskommen:
Einzeldosen (EDO)
Kleine Kunststoffampullen, die eine oder wenige Anwendungen enthalten. Nach dem Öffnen sofort verbrauchen. Vorteil: garantiert keimfrei bei jeder Anwendung. Nachteil: mehr Verpackungsmüll und pro Tropfen meist teurer.
COMOD-System
Ein Mehrdosenbehälter mit einem speziellen Ventilmechanismus, der verhindert, dass Luft und Keime zurück in die Flasche gelangen. Der Tropfen kommt immer steril heraus — ohne Konservierungsmittel. Nach Anbruch laut Herstellerangabe bis zu 6 Monate haltbar. Das System liefert mehrere Hundert Tropfen pro Flasche und ist dadurch auf die einzelne Anwendung gerechnet vergleichsweise günstig.
Airless-Pumpen
Ähnliches Prinzip wie COMOD: Ein Kolbensystem drückt die Lösung heraus, ohne dass Luft einströmt. Verschiedene Hersteller verwenden eigene Bezeichnungen. Die Haltbarkeit nach Anbruch variiert je nach Produkt.

Haltbarkeit: ein häufiges Missverständnis
Ein verbreiteter Einwand lautet, konservierungsmittelfreie Tropfen seien nach dem Öffnen nur kurz haltbar. Das stimmt für Einzeldosen, aber nicht pauschal: Mehrdosensysteme wie COMOD bleiben dank ihrer Technik monatelang verwendbar — ohne dass Keime in die Lösung gelangen.
Wichtig ist, die Angaben des Herstellers auf der Packung zu beachten und den Tropfaufsatz nicht mit den Fingern oder dem Auge zu berühren.
Wann konservierte Tropfen in Ordnung sind
Bei gelegentlicher Anwendung — etwa einmal täglich über wenige Tage bei einem Schnupfen oder nach einem langen Flug — sind konservierte Augentropfen in der Regel unproblematisch. Die Dosis an Konservierungsmitteln ist dann zu gering, um die Augenoberfläche nennenswert zu belasten. Einen Überblick über die verschiedenen Tropfen-Typen finden Sie im Ratgeber Augentropfen zum Befeuchten.
Wann zum Arzt?
Wenn trotz konservierungsmittelfreier Tropfen Brennen, Rötung oder Fremdkörpergefühl anhalten, sollten Sie eine Augenärztin oder einen Augenarzt aufsuchen. Chronisch trockene Augen können verschiedene Ursachen haben, die über die reine Befeuchtung hinaus behandelt werden müssen. Auch wenn Sie unsicher sind, welches Präparat für Ihre Situation geeignet ist, hilft eine Beratung in der Apotheke oder Augenpraxis. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Häufige Fragen: Augentropfen ohne Konservierungsmittel: Warum sie schonender sind
Was ist Benzalkoniumchlorid (BAK)?
BAK ist das am häufigsten verwendete Konservierungsmittel in Augentropfen. Es verhindert, dass sich Keime in der Flasche vermehren. Bei häufiger oder dauerhafter Anwendung kann BAK jedoch die Zellen der Augenoberfläche schädigen, den Tränenfilm destabilisieren und die Beschwerden verschlimmern.
Sind konservierungsmittelfreie Augentropfen teurer?
Einzeldosen (EDO) sind pro Anwendung meist etwas teurer als konservierte Mehrdosenflaschen. Mehrdosensysteme wie COMOD oder Airless-Pumpen relativieren den Preisunterschied, weil sie mehrere Hundert Tropfen liefern. Auf die einzelne Anwendung gerechnet liegen sie nah an konservierten Tropfen.
Wie lange sind konservierungsmittelfreie Tropfen nach dem Oeffnen haltbar?
Einzeldosen sollten nach dem Oeffnen sofort verbraucht werden. Mehrdosensysteme mit spezieller Technik (z. B. COMOD) bleiben laut Herstellerangabe bis zu 6 Monate nach Anbruch verwendbar. Die genaue Haltbarkeit steht auf der Packung.